#life

"You have committed one of the greatest stupidities — for yourself and for me! Your association with an anti-Semitic chief expresses a foreignness to my whole way of life which fills me again and again with ire or melancholy. ... It is a matter of honor with me to be absolutely clean and unequivocal in relation to anti-Semitism, namely, opposed to it, as I am in my writings. I have recently been persecuted with letters and Anti-Semitic Correspondence Sheets. My disgust with this party is as pronounced as possible, but the relation to Förster, as well as the aftereffects of my former publisher, the anti-Semitic Schmeitzner, always brings the adherents of this disagreeable party back to the idea that I must belong to them after all. ... It arouses mistrust against my character, as if publicly I condemned something which I have favored secretly — and that I am unable to do anything against it, that the name of Zarathustra is used in every Anti-Semitic Correspondence Sheet, has almost made me sick several times."

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“Today as always, men fall into two groups: slaves and free men. Whoever does not have two-thirds of his day for himself, is a slave, whatever he may be: a statesman, a businessman, an official, or a scholar.”

“Darum hat Lessing, der ehrlichste theoretische Mensch, es auszusprechen gewagt, dass ihm mehr am Suchen der Wahrheit als an ihr selbst gelegen sei...”

“Nun aber schien Sokrates die tragische Kunst nicht einmal "die Wahrheit zu sagen": abgesehen davon, dass sie sich an den wendet, der "nicht viel Verstand besitzt", also nicht an den Philosophen: ein zweifacher Grund, von ihr fern zu bleiben. Wie Plato, rechnete er sie zu den schmeichlerischen Künsten, die nur das Angenehme, nicht das Nützliche darstellen und verlangte deshalb bei seinen Jüngern Enthaltsamkeit und strenge Absonderung von solchen unphilosophischen Reizungen; mit solchem Erfolge, dass der jugendliche Tragödiendichter Plato zu allererst seine Dichtungen verbrannte, um Schüler des Sokrates werden zu können.”

“Der philosophische Mensch hat sogar das Vorgefühl, dass auch unter dieser Wirklichkeit, in der wir leben und sind, eine zweite ganz andre verborgen liege...”

“In diesen Sanct-Johann- und Sanct-Veittänzern erkennen wir die bacchischen Chöre der Griechen wieder, mit ihrer Vorgeschichte in Kleinasien, bis hin zu Babylon und den orgiastischen Sakäen. Es giebt Menschen, die, aus Mangel an Erfahrung oder aus Stumpfsinn, sich von solchen Erscheinungen wie von "Volkskrankheiten", spöttisch oder bedauernd im Gefühl der eigenen Gesundheit abwenden: die Armen ahnen freilich nicht, wie leichenfarbig und gespenstisch eben diese ihre "Gesundheit" sich ausnimmt, wenn an ihnen das glühende Leben dionysischer Schwärmer vorüberbraust.”

“Wie nun der Philosoph zur Wirklichkeit des Daseins, so verhält sich der künstlerisch erregbare Mensch zur Wirklichkeit des Traumes; er sieht genau und gern zu: denn aus diesen Bildern deutet er sich das Leben, an diesen Vorgängen übt er sich für das Leben.”